Die Geschichte unseres Vereins (bis 2004)
Eigentlich müsste man sich fragen, wer sind die Söldner? Doch in unserem Fall sollte man sich wohl fragen, was sind die Söldner? Und offen gesagt, manchmal frage ich mich das auch.
Also: Die Söldner sind eine seit 11 Jahren existierende Gemeinschaft von fußballbegeisterten Jugendlichen und "jungen" Erwachsenen oder solchen, die vor dem Gesetz als solche gelten.
Die Gruppe setzt sich aus total unterschiedlichen Charakteren zusammen, die eigentlich nur zwei Dinge gemeinsam haben: 1. Sie sind fußballverrückt und 2. Sie haben irgendeine Art von Behinderung und sei es nur die "Dicklichkeit" unseres Übungsleiters, der auch sonst nicht mitspielen dürfte.
Und ich glaube diese beiden Dinge sind es im Besonderen, die die Gruppe so einmal und konstant werden ließ. Denn hier kann jeder - aber auch wirklich jeder - der in einem normalen Fußballverein wohl nicht fußfassen könnte seiner Leidenschaft frönen.
Wie alles begann: Vor ziemlich genau 11 Jahren haben 6 Jugendliche regelmässig ein bißchen gekickt und dies mit stetig wachsender Begeisterung. Die wachsende Begeisterung war und ist es wohl auch, die uns damals wie heute immer wieder neue Leute brachte und bringt. Auch wenn wir zur Zeit in unsere 15+1 köpfige Männerrunde (15 Männer und eine weibliche Kuh) im Alter von 15-32 Jahren Jahren keinen mehr mit aufnehmen.
Durch regelmäßiges Spielen wurden die Ansprüche der Einzelnen an sich selbst und damit auch der Ehrgeiz immer größer, was nicht immer etwas mit Können zu tun haben muss, aber der Einsatz stimmt bei den Meisten immer - natürlich ist niemand vor einem schlechten Tag gefeilt. Für Leute mit schlechten Tagen hat unser Übungsleiter MVossi ja noch seinen Stromschocker zum "Motivieren" ;-)
Und obwohl wir eigentlich kein Verein sind, nahm unsere Gruppe von zusammengewürfelten Spielern immer mehr die Gestalt eines solchen an. Mit festen Regeln, einem Kapitän mit unzähligen Vertretern von Vertretern, schlechten Schiedsrichtern aus den eigenen Reihen, gelben und roten Karten und einer leicht verstopften Trillerpfeife. Tja, so sind die Söldner.
Nachdem die Mitgliederzahl größer 10 wurde, mussten wir in eine größere Halle ausweichen. Da bot sich die Möglichkeit, das BBW Volmarstein regelmäßig mit den Söldnern zu besetzen und irgendwann wird es in unserer Hand sein.
Der Hallenwechsel kam allerdings nur unter strengen Auflagen zustande. Denn hierfür war es nötig, aus dem Haufen mehr oder minder sympatischer Chaoten eine feste Rechtsform zu bilden, die formal nun eine externe Unterabteilung der BSG Volmarstein ist. Aber so eigentlich sind wir das nicht: In Wahrheit sind wir nicht mehr und nicht weniger als "DIE SÖLDNER". Und das ist auch gut so :-)
Die Statuten erforderten sogar außersportlichen Einsatz von unserem wie schon erwähnt in die Jahre gekommenen dicklichen Übungsleiter, der aus purer Fußballgeilheit zum Übungsleiter mutierte, weil die Gruppe aus versicherungstechnischen Gründen eine verantwortliche Aufsichtsperson braucht, um weiter bestehen zu können.
Aber selbst da war noch nicht Ende der Fahnenstange, denn trotz seines Alters ist Herr Voßwinkel ziemlich ehrgeizig und so trug es sich zu, dass er kürzlich sogar zum Sportwart der BSG Volmarstein avancierte, was nicht zuletzt mit unserem lückenlosen Erscheinen auf der Mitgliederversammlung zusammenhing, denn schliesslich sind wir alle stimmberechtigt. Und wie schon gesagt: Wir werden die Sportabteilung des BBWs irgendwann systematisch übernehmen.
Ich selbst bin einer der 6 Gründungsmitglieder und ich habe alles aber auch wirklich alles miterlebt. Licht und Schatten, viele Leute kamen, viele gingen, einige passten in die Gruppe, andere nicht, wieder andere wirklich, vor allem menschliche Säulen der Gruppe verstarben viel zu früh.
Eigentlich hätten auch und vor allem diese Jungs es verdient, den Erfolg der Söldner zugegen mitzuerleben. Denn schliesslich haben wir es geschafft gegen alle, aber vor allem meyhöfische Widerstände weiter zu bestehen und mehr als einmal standen wir vor der Kapitulation aus diversen Gründen - aber die Söldner gaben niemals auf.
Dann und wann messen wir uns auch mit anderen, u.a. mit diversen Mannschaften der BSG Volmarstein, die ständig andere Gesichter hervorbringt aber das ist uns schnurz, die Bilanz und die Tatsache, dass die sog. "Freundschaftsspiele" immer seltener zustande kommen spricht für uns, denn wir sind wirklich aber auch wirklich immer da.
Unser größter Erfolg war allerdings die Teilnahme am "Sonnencup" des BVB-Fanclubs Sonnenkönige 93 e.V. - einem Fußballturnier für Behinderten-Mannschaften - wo wir sensationell den vierten Platz belegten und mit Abstand die geilsten Trikots hatten. Der Trend geht auch bei uns zum Zweittrikot, welches wir mittlerweile haben, obwohl dies zur Folge hat, dass wir das modische Orange der BSG kaum noch tragen. Darüber bin ich sehr glücklich.
Zum Schluß bleibt eigentlich nur die Frage frei nach den Stones "Wo soll uns das nur hinführen?". Allerdings haben die Stones auch CDU´s Angie gefragt und auch wenn ich mich deutlich von dieser Dame distanziere, haben wir eins gemeinsam: Ich weiss weder wo es mit ihr noch mit den Söldnern hinführen soll, aber es ist mir auch scheissegal.
Hauptsache es macht Spass und die Söldner leben ewig: Ich bin gespannt, ob wir eines Tages noch mit Krückstöcken aufgrund des Alters spielen werden, aber so verrückt wie wir sind, kann ich mir das gut vorstellen.
Ich hoffe, der geschichtliche Bericht hat einiges aufzeigen können. Aber ich sage Euch mittendrin statt nur dabei muss man sein, und ich bin stolz ein Söldner zu sein.
gez. Stefan Isenberg (2005)